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Deutsche Werft bringt solarelektrischen Katamaran PY60 zu Wasser
04.08.2026
Mit der „Pioneer One“ hat die junge deutsche Werft Pioneer Yachts ihren ersten solarelektrischen Katamaran zu Wasser gelassen. Die rund 18 Meter lange PY60 wurde von Anfang an für einen elektrischen Antrieb und eine möglichst weitgehende Nutzung von Sonnenenergie entwickelt.
Das Schiff soll nun umfangreiche Erprobungsfahrten absolvieren. Seine offizielle Weltpremiere ist für das Cannes Yachting Festival geplant, das vom 8. bis 13. September 2026 stattfindet. Für die erst vor wenigen Jahren gegründete Werft aus Stralsund ist der Stapellauf ein wichtiger Meilenstein.
Nicht nur ein herkömmliches Boot mit ElektromotorViele elektrisch angetriebene Boote basieren auf bestehenden Rumpfkonzepten, bei denen ein Dieselmotor nachträglich durch einen Elektroantrieb ersetzt wird. Bei der PY60 wurde dagegen das gesamte Schiff rund um das elektrische Energie- und Antriebssystem geplant.
Die Rumpfform, das Gewicht, die Aufbauten und die Energieversorgung sollen möglichst genau aufeinander abgestimmt sein. Große Solarflächen erzeugen Strom, der in den Batteriespeichern an Bord gespeichert und für den Antrieb sowie für die Versorgung der technischen Geräte verwendet werden kann.
Pioneer Yachts verfolgt damit das Ziel, eine Yacht anzubieten, die nicht nur für kurze Ausflüge, sondern auch für längere Reisen geeignet ist. Der Hersteller legt nach eigenen Angaben besonderen Wert auf einen zuverlässigen Betrieb, eine einfache Wartung und einen möglichst geringen Energieverbrauch.
Praxistests sollen weitere Erkenntnisse liefernDie erste PY60 dient nicht ausschließlich als Ausstellungs- und Verkaufsmodell. Die Werft möchte die Pioneer One auch selbst intensiv nutzen und dabei Daten aus dem tatsächlichen Betrieb sammeln.
Erkenntnisse über Reichweite, Energieerzeugung, Verbrauch und das Verhalten bei unterschiedlichen Wetterbedingungen sollen in die Weiterentwicklung zukünftiger Schiffe einfließen. Die Yacht wird damit gleichzeitig zum Erprobungsträger für das gesamte Konzept.
Für Käufer elektrischer Yachten sind gerade solche Erfahrungen von großer Bedeutung. Theoretische Reichweiten und Verbrauchswerte lassen sich in der Praxis nur schwer vergleichen, da Sonneneinstrahlung, Wind, Geschwindigkeit, Beladung und Nutzung der Bordsysteme erheblichen Einfluss auf die Energiebilanz haben.
Solarantrieb gewinnt im Yachtbau an BedeutungElektrische und hybride Antriebslösungen werden im Yachtbau immer wichtiger. Neben niedrigeren lokalen Emissionen bieten sie weitere Vorteile: Elektromotoren arbeiten leise, erzeugen weniger Vibrationen und benötigen im Vergleich zu konventionellen Dieselmotoren weniger bewegliche Bauteile.
Bei einer ausreichend großen Solaranlage kann außerdem ein erheblicher Teil der an Bord benötigten Energie während der Reise oder am Ankerplatz erzeugt werden. Generatorlaufzeiten und der Kraftstoffverbrauch lassen sich dadurch reduzieren.
Vollständig unabhängig von Wetter und Ladeinfrastruktur sind solarelektrische Yachten allerdings nicht. Entscheidend ist, wie viel Energie unter realen Bedingungen erzeugt wird und welche Geschwindigkeit dauerhaft möglich ist.
Mit der Pioneer One möchte die deutsche Werft zeigen, dass solarelektrische Antriebe inzwischen auch bei größeren und komfortablen Fahrtenyachten eine ernst zu nehmende Alternative darstellen können.