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Liegeplätze werden zum Engpass: Investoren entdecken europäische Yachthäfen
17.07.2026
Nicht nur Yachten selbst, sondern auch die benötigten Liegeplätze werden zu einem immer wichtigeren Wirtschaftsfaktor. Besonders in beliebten Revieren des Mittelmeers ist das Angebot an modernen Marinas begrenzt.
Die steigende Zahl größerer Yachten trifft in vielen Regionen auf Häfen, die nur eingeschränkt erweitert werden können. Genehmigungsverfahren, Umweltschutzauflagen und fehlende geeignete Küstenflächen erschweren den Neubau zusätzlicher Liegeplätze. Dadurch steigen in gefragten Revieren sowohl die Preise als auch die Wartelisten.
Wie attraktiv dieser Markt mittlerweile für Investoren geworden ist, zeigt der Verkauf der Marinagruppe D-Marin. Das Unternehmen betreibt 28 Marinas im Mittelmeerraum und im Nahen Osten mit insgesamt rund 14.300 Liegeplätzen. Der Unternehmenswert wurde bei der Transaktion auf mehr als eine Milliarde Euro geschätzt.
Moderne Marinas bieten mehr als einen LiegeplatzYachteigner erwarten heute deutlich mehr als einen sicheren Platz zum Festmachen. Moderne Marinas bieten technische Dienstleistungen, bewachte Anlagen, Tankstellen, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und komfortable Sanitärbereiche.
Bei größeren Yachten kommen zusätzliche Anforderungen hinzu. Dazu gehören ausreichend dimensionierte Stromanschlüsse, leistungsfähige Frischwasseranlagen, Entsorgungsmöglichkeiten sowie Liegeplätze mit entsprechender Wassertiefe.
Auch Werften und Serviceunternehmen in der unmittelbaren Umgebung spielen bei der Wahl eines dauerhaften Liegeplatzes eine wichtige Rolle. Eigentümer bevorzugen Standorte, an denen Wartung, Reparaturen und Winterlagerung möglichst unkompliziert organisiert werden können.
Größere Yachten verschärfen die SituationEin erheblicher Teil bestehender Yachthäfen wurde für kleinere Boote geplant. Die durchschnittliche Größe moderner Motoryachten nimmt jedoch weiter zu. Dadurch können vorhandene Hafenbecken nicht immer effizient genutzt werden.
Ein einzelner großer Liegeplatz benötigt häufig die Fläche mehrerer kleinerer Plätze. Zusätzlich müssen Zufahrten, Wassertiefen, Steganlagen und Versorgungsanschlüsse für die größere Belastung ausgelegt sein.
In besonders beliebten Regionen wie der französischen Riviera, den Balearen, Italien, Kroatien oder Griechenland kann deshalb bereits die Suche nach einem passenden Saisonliegeplatz schwierig werden.
Liegeplatz sollte vor dem Yachtkauf geklärt werdenFür zukünftige Yachteigner wird es immer wichtiger, sich bereits vor dem Kauf mit dem gewünschten Heimathafen zu beschäftigen. Neben der Verfügbarkeit sollten auch laufende Kosten, Vertragsbedingungen und mögliche Größenbeschränkungen geprüft werden.
Bei größeren Yachten können die jährlichen Liegeplatzkosten einen erheblichen Teil der Betriebsausgaben ausmachen. Hinzu kommen Versicherungen, Wartung, Treibstoff, Winterlagerung und gegebenenfalls Personalkosten.
Auch für den Wiederverkauf kann ein attraktiver Liegeplatz interessant sein. In einigen Regionen lassen sich bestehende Verträge jedoch nicht automatisch auf einen neuen Eigentümer übertragen. Verkäufer und Käufer sollten deshalb frühzeitig klären, ob und unter welchen Voraussetzungen die Yacht am bisherigen Standort bleiben darf.
Der Mangel an Liegeplätzen dürfte den Yachtmarkt in den kommenden Jahren zunehmend beeinflussen. Moderne Marinas werden dadurch nicht nur für Yachteigner, sondern auch für internationale Investoren immer interessanter.