Ratgeber & Praxis
Sicherheitscheck 2026: Diese Ausrüstung sollte auf jeder Yacht geprüft werden
27.08.2026
Sicherheitsausrüstung wird an Bord oft jahrelang mitgeführt, ohne jemals eingesetzt zu werden. Genau darin liegt das Problem: Im Notfall muss sie sofort funktionieren, obwohl Rettungswesten, Seenotsignale, Feuerlöscher und Funkgerät möglicherweise lange unbeachtet geblieben sind.
Welche Ausrüstung vorgeschrieben ist, hängt vom Fahrtgebiet, den örtlichen Vorschriften und teilweise von der Nutzung des Bootes ab. Unabhängig von gesetzlichen Mindestanforderungen sollte die Ausstattung zur Größe der Yacht, zum Revier und zur Crew passen.
Rettungswesten kontrollieren und richtig zuordnen
Für jede Person an Bord sollte eine geeignete Rettungsweste vorhanden sein. Sie muss zum Körpergewicht, zur Kleidung und zum Einsatzgebiet passen. Bei Kindern ist eine korrekte Größe besonders wichtig.
Automatikwesten benötigen regelmäßige Kontrollen. Prüfe den allgemeinen Zustand, Nähte, Gurte, Verschlüsse, Auslöseautomatik, CO₂-Patrone und das angegebene Wartungsintervall. Eine äußerlich saubere Weste ist nicht automatisch einsatzbereit.
Die Westen sollten leicht erreichbar und nicht unter Gepäck verstaut sein. Vor dem Ablegen muss jedes Crewmitglied wissen, welche Weste ihm zugeordnet ist und wie sie angelegt wird.
Rettungsmittel an das Fahrtgebiet anpassen
Rettungsring, Bergeschlaufe, Wurfleine und gegebenenfalls eine Rettungsinsel müssen erreichbar und einsatzbereit sein. Bei längeren Fahrten auf See können persönliche Notlichter, Lifebelts und Strecktaue sinnvoll sein.
Eine Rettungsinsel benötigt ebenfalls Wartung. Packdatum und Serviceintervall sollten geprüft werden. Wichtig ist außerdem ein Einbauort, von dem aus die Insel auch unter schwierigen Bedingungen erreichbar bleibt.
Seenotsignale haben ein Ablaufdatum
Pyrotechnische Seenotsignale dürfen nicht unbegrenzt verwendet werden. Kontrolliere das Ablaufdatum und informiere dich über die fachgerechte Rückgabe abgelaufener Signalmittel. Für Erwerb und Umgang können besondere Voraussetzungen gelten.
Ergänzend kommen elektronische Seenotsender infrage. EPIRB, PLB und AIS-MOB erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Batterielaufzeit, Registrierung und programmierte Daten müssen stimmen. Ein Sender mit veralteten Eigentümer- oder Kontaktdaten kann die Rettung unnötig erschweren.
Funkgerät und Notrufablauf testen
Ein UKW-Seefunkgerät ist außerhalb der Mobilfunkabdeckung eine zentrale Verbindung zu Rettungsdiensten und anderen Schiffen. Prüfe Gerät, Antenne, Stromversorgung und die hinterlegte MMSI. Für die Teilnahme am Seefunk ist das passende Funkzeugnis erforderlich.
Nicht nur der Skipper sollte das Gerät bedienen können. Zeige der Crew, wo sich die Sprechtaste und die DSC-Notruftaste befinden und welche Angaben in einen Notruf gehören: Bootsname, Position, Art des Notfalls und Anzahl der Personen an Bord.
Ein Mobiltelefon ist eine sinnvolle Ergänzung, ersetzt auf See aber nicht in jedem Fall den Funk. Es sollte wassergeschützt aufbewahrt und geladen sein. Notrufnummern und die aktuelle Position müssen schnell auffindbar sein.
Feuerlöscher und Löschdecke nicht vergessen
Feuerlöscher müssen zum möglichen Brandrisiko und zur Größe des Bootes passen. Kontrolliere Plombe, Druckanzeige, äußeren Zustand und Prüffrist. Der Löscher muss schnell erreichbar sein, ohne dass jemand dafür erst in einen verrauchten Motorraum greifen muss.
Eine Löschdecke gehört in die Nähe der Pantry. Bei eingebauten Löschanlagen im Motorraum sind Anzeige, Auslösung und Wartungszustand zu prüfen. Brennbare Flüssigkeiten, Gasflaschen und lose Spraydosen sollten sicher gelagert werden.
Bilgepumpen und Leckabwehr praktisch testen
Eine elektrische Bilgepumpe kann unbemerkt blockieren, auch wenn ihr Schalter leuchtet. Teste Schwimmerschalter, Ansaugöffnung und tatsächliche Förderleistung. Eine manuelle Pumpe sollte von einer sinnvollen Position aus bedient werden können.
Zur Leckabwehr gehören passende Holzstopfen für Seeventile, Dichtmaterial und Werkzeug. Befestige Stopfen möglichst in der Nähe des jeweiligen Durchlasses. So muss im Notfall nicht erst die richtige Größe gesucht werden.
Navigation darf nicht nur von einem Bildschirm abhängen
Aktuelle Karten, ein funktionierender Kompass und eine zweite Möglichkeit zur Positionsbestimmung schaffen Redundanz. Plotter, Tablet und Smartphone sind hilfreich, können aber durch Stromausfall, Feuchtigkeit oder einen Defekt gleichzeitig ausfallen.
Prüfe Navigationslichter, Signalhorn, Ankerlicht und die Stromversorgung wichtiger Instrumente. Auch Taschenlampen und Stirnlampen gehören geladen und griffbereit an Bord.
Die Crew ist Teil der Sicherheitsausrüstung

Selbst die beste Technik hilft wenig, wenn nur eine Person sie bedienen kann. Vor jedem längeren Törn sollte die Crew eine kurze Einweisung erhalten:
- Motor starten und stoppen,
- Position am Plotter ablesen,
- Notruf absetzen,
- MOB-Taste bedienen,
- Rettungsmittel und Feuerlöscher finden,
- Segel entlasten oder bergen.
Ein einfaches Mann-über-Bord-Manöver sollte regelmäßig geübt werden. Dabei zeigt sich schnell, ob Rettungsmittel erreichbar sind und Aufgaben klar verteilt werden können.
Kontrolle dokumentieren
Eine Checkliste mit Datum verhindert, dass Wartungsfristen übersehen werden. Notiere Prüf- und Ablaufdaten von Rettungswesten, Rettungsinsel, Feuerlöschern, Seenotsendern und pyrotechnischen Signalen. So lässt sich der nächste Austausch rechtzeitig planen.
Sicherheit entsteht nicht durch möglichst viel Ausrüstung, sondern durch passende, gewartete Technik und eine Crew, die sie bedienen kann.







