Yachten & Modelle
Lagoon 38 im Modellporträt: kompakter Fahrtenkatamaran mit großem Raumangebot
27.08.2026
Die Lagoon 38 ist das Einstiegsmodell der aktuellen Lagoon-Baureihe.
Ihre Bezeichnung orientiert sich an der Rumpflänge von 11,38 Metern. Mit
allen Anbauten nennt die Werft eine Länge über alles von bis zu 13,12
Metern. Diese Differenz ist für Liegeplatz, Kran und Winterlager wichtig
und zeigt, warum Käufer bei Katamaranen genau auf die Definition
einzelner Maße achten müssen.
6,65 Meter Breite verändern die Planung
Die Lagoon 38 ist 6,65 Meter breit. Das schafft einen großen Salon,
zwei getrennte Rümpfe und ein geräumiges Cockpit. Gleichzeitig schränkt
die Breite die Auswahl an Liegeplätzen ein. In vielen Häfen benötigen
Katamarane einen speziellen Platz oder zahlen einen Aufschlag.
Auch für das Winterlager muss die Infrastruktur passen. Nicht jeder
Kran, Travellift oder Lagerplatz kann einen Katamaran dieser Breite
aufnehmen. Vor dem Kauf sollten Interessenten konkrete Angebote vom
Heimathafen und Winterlager einholen, statt nur mit den Kosten einer
gleich langen Einrumpfyacht zu rechnen.
Gewicht, Segelfläche und Motorisierung
Die Werft gibt eine Leerverdrängung von 10,2 Tonnen und eine
Segelfläche am Wind von 77,7 Quadratmetern an. Standardmäßig sind zwei
Motoren mit jeweils 29 PS vorgesehen. Der Kraftstofftank fasst 400
Liter, der serienmäßige Wassertank 300 Liter. Zusätzliche Tankkapazität
ist als Option verfügbar.
Zwei Motoren vereinfachen Hafenmanöver, weil sie gegeneinander
eingesetzt werden können. Sie bedeuten aber auch zwei Antriebsstränge
mit entsprechendem Servicebedarf. Motorstunden, Wartungsnachweise,
Saildrives, Propeller und Kühlkreisläufe müssen auf beiden Seiten
geprüft werden.
Drei oder vier Kabinen
Die Lagoon 38 ist mit drei oder vier Kabinen erhältlich. In der
Dreikabinen-Version kann ein kompletter Rumpf als Eignerbereich genutzt
werden. Das bietet mehr Privatsphäre, Stauraum und eine größere
Nasszelle. Die Vierkabinen-Version schafft zusätzliche Kojen und ist
deshalb für Charter oder größere Crews interessant.
Käufer sollten nicht nur die Zahl der Schlafplätze betrachten. Die
Werft nennt abhängig von Version und Zulassung unterschiedliche
Personenzahlen. Für eine sichere Reise zählen neben Kojen auch
Rettungsmittel, Stauraum, Zuladung und die Leistungsfähigkeit der
Bordsysteme.
Salon und Cockpit als gemeinsamer Wohnbereich
Eine große Schiebetür verbindet Salon und Cockpit. Das erzeugt im
Hafen oder vor Anker einen zusammenhängenden Wohnbereich. Auf See muss
die Tür jedoch sicher verriegelt sein. Käufer sollten Mechanik,
Dichtungen und Entwässerung kontrollieren, weil große Öffnungen hohen
Belastungen ausgesetzt sind.
Die nach achtern verlängerten Rumpfenden erleichtern den Zugang vom
Steg und zum Wasser. Gleichzeitig vergrößern Plattformen die
tatsächliche Länge. Bei einem Angebot sollte daher klar sein, auf
welches Maß sich Liegeplatz- oder Transportangaben beziehen.

Segelverhalten realistisch einschätzen
Ein Fahrtenkatamaran krängt deutlich weniger als eine Einrumpfyacht.
Das empfinden viele Crews als angenehm. Die geringere Krängung darf aber
nicht mit unbegrenzter Stabilität verwechselt werden. Reffgrenzen und
Herstellerangaben müssen beachtet werden, weil die Belastung im Rigg
nicht immer so deutlich spürbar ist wie bei einem Monohull.
Katamarane laufen konstruktionsbedingt nicht in jeder Situation so
hoch am Wind wie sportliche Einrumpfyachten. Dafür bieten sie auf vielen
raumen Kursen komfortables, schnelles Reisen. Eine Probefahrt bei
unterschiedlichen Kursen ist deshalb besonders sinnvoll.
CE-Einstufung richtig lesen
Die Werft nennt eine CE-Einstufung A für acht, B für zwölf, C für
sechzehn und D für zwanzig Personen. Diese Zahlen gelten nur im
Zusammenhang mit der jeweiligen Entwurfskategorie und dem zulässigen
Betriebszustand. Sie sind keine Empfehlung, mit maximaler Personenzahl
lange Reisen zu unternehmen.
Für die Praxis müssen Rettungswesten, Rettungsinsel, Trinkwasser,
Gepäck und Zuladung zur tatsächlichen Crew passen. Auch Versicherer oder
Chartervorschriften können strengere Grenzen setzen.
Für wen passt die Lagoon 38?
Das Modell richtet sich an Käufer, die Wohnraum, geringe Krängung und
getrennte Kabinen priorisieren. Familien, Langfahrtinteressierte und
Charterbetreiber gehören zu den typischen Zielgruppen. Die
Dreikabinen-Version ist besonders für private Eigner interessant.
Wer häufig in kleinen Ostseehäfen unterwegs ist, niedrige
Liegeplatzkosten erwartet oder besonders gute Am-Wind-Eigenschaften
sucht, sollte die Nachteile der Breite und des Fahrtenkatamaran-Konzepts
sorgfältig abwägen.
Fazit
Die Lagoon 38 bietet viel nutzbaren Raum in einer noch
vergleichsweise kompakten Katamaran-Plattform. Der Kaufpreis ist jedoch
nur ein Teil der Rechnung. Breiter Liegeplatz, zwei Motoren, große
Flächen und spezielle Krananforderungen beeinflussen die laufenden
Kosten. Wer diese Punkte vorab klärt, kann die Vorteile des Konzepts
realistisch bewerten.
Quellen: Lagoon Catamarans, offizielle Modellinformationen und technische Daten zur Lagoon 38.







